Kesselhaus

HISTORIE

Entworfen wurde das Kesselhaus Anfang des letzten Jahrhunderts von den bedeutenden Architekten Theodor Fischer und Otto Ernst Schweizer. Ihre für hohe Nutzlasten ausgelegte und schwere Stahlrahmenkonstruktion beeindruckt noch heute. Teile der Kesselanlage und der alte Schornstein sind bis heute original erhalten geblieben und haben in der fast hundertjährigen Geschichte des Kesselhauses viel miterlebt:

Im Jahr 1915 eröffnete der Essener Krupp-Konzern ein Zweigwerk auf dem Gelände in der Lilienthalallee in Freimann. Vier Jahre später wurde der Rüstungsbetrieb eingestellt und unter neuen Namen konzentrierte sich fortan die „Bayerische Maschinenwerke Fritz Neumeyer KG“ auf die Produktion von Turbinen, Traktoren und Lokomotiven. 1925 wurde das Werk ausgebaut und zum Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) umfunktioniert. Trotz schwerer Bombenschäden ab Juni 1940 erfüllte das Kesselhaus diese Funktion ganze 70 Jahre lang bis zur endgültigen Schließung des Ausbesserungswerks im Jahr 1995.

Nachdem das Kesselhaus daraufhin über zehn Jahre lang leer stand, wurde es unter seinem jetzigen Betreiber Wolfgang Nöth liebevoll und aufwändig zur Veranstaltungshalle umgebaut. Die erste Veranstaltung fand im Februar 2007 statt. Seitdem erfreut sich das Kesselhaus bei vielen namhaften Firmen sowie bei nationalen und internationalen Künstlern großer Beliebtheit.

Das Kesselhaus blickt aber nicht nur auf eine bewegte Vergangenheit zurück, sondern brachte vielmehr selbst Bewegung in die Entwicklung des Stadtteils Freimann, prägte sein Bild entscheidend mit: Als Energiezentrale des Werks war das Kesselhaus der Ausgangspunkt für die rasche industrielle und städtebauliche Entwicklung des Viertels im Münchner Norden.
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